Witwe erringt Etappensieg im Erbstreit mit Tochter

by Ana Lopez

Katharina von Fürstenberg-Dussmann

Die Unternehmerin ist seit 2011 Vorsitzende des Kuratoriums der Peter Dussmann Stiftung.

(Foto: Dussmann-Gruppe)

Düsseldorf Katharina von Fürstenberg-Dussmann ist selten in der Öffentlichkeit zu sehen. Am späten Mittwochnachmittag schied die Vorsitzende des Kuratoriums der Dussmann Group jedoch aus ein Video verteilen. Darin sagt sie: „Das Gericht hat heute den letzten Willen meines Mannes, Peter Dussmann, bestätigt, und dafür bin ich sehr dankbar.“

Das Landgericht Berlin hat am Mittwoch im Erbstreit der Familie zugunsten des 72-Jährigen entschieden. Damit ist sie zu drei Vierteln Erbin ihres im September 2013 verstorbenen Mannes. Die Widerklagen ihrer Tochter Angela Göthert wurden vollumfänglich abgewiesen. Das Urteil liegt noch nicht vor.

Seit Jahren streitet von Fürstenberg-Dussmann mit ihrer Tochter um den Willen von Peter Dussmann, der die Gruppe gegründet und groß gemacht hat. Es geht um Hunderte Millionen Euro. Die mit Reinigungs- und Pflegediensten groß gewordene Dussmann-Gruppe, die auch das Kulturkaufhaus in Berlin betreibt, machte zuletzt 2,31 Milliarden Euro Umsatz.

Im April 2014 reichte Fürstenberg-Dussmann Feststellungsklage beim Landgericht Berlin ein. Dussmann hinterließ ihr 75 Prozent des Nachlasses und nicht nur 50 Prozent, wie von ihrer Tochter Angela Göthert behauptet. Dussmann hatte den Wechsel zugunsten seiner Frau angeordnet, als er bereits schwer krank war. Seine Tochter bestreitet, dass ihr Vater diese Entscheidung noch aus freien Stücken treffen konnte.

Im Video vom Mittwoch sagt von Fürstenberg-Dussmann weiter, dass lange neun Jahre vergangen sind: “Manchmal war diese sehr persönliche Familienangelegenheit schwierig und schmerzhaft für mich.” Aber sie hielt es für wichtig, sich für ihren Mann einzusetzen, um sicherzustellen, dass seine Wünsche erfüllt werden.

Der Erbstreit bei Dussmann könnte weitergehen

Es ist möglich, dass ihre Tochter Berufung einlegt. Aber sie ist zuversichtlich und hofft auf eine Versöhnung: „Dass ich und meine Tochter Angela das alles hinter uns lassen und ein neues Kapitel in unserem Leben schreiben können.“ Das Leben ist zu kurz, schlussfolgert von Fürstenberg-Dussmann.

Auf Nachfrage des Handelsblatts sagte Andreas Urban, Rechtsanwalt der Dussmann-Tochter Angela Göthert: „Wir werden das Urteil prüfen und dann entscheiden, ob wir tätig werden.“ Das Urteil kann beim Berufungsgericht angefochten werden.

Einen Teilerfolg hatte von Fürstenberg-Dussmann bereits 2019 erzielt. Damals bestätigte der Hirnforscher Pedro Faustmann in einem Bericht, dass Firmengründer Peter Dussmann im Mai 2010 freiwillig sein Testament aus dem Jahr 1981 ändern konnte – wie seine Witwe behauptet.

Zum Zeitpunkt der Testamentsänderung lag Dussmann nach einem Schlaganfall im Oktober 2008 und einem Sturz im Frühjahr 2009 in einer Klinik in Berlin. Zeitweise war er kaum ansprechbar. Schon damals bestand wenig Hoffnung, dass sich der Unternehmer jemals erholen würde.

Laut der Witwe war Dussmann mit seinem Schwiegersohn, dem Esoteriker Roland Göthert, nicht einer Meinung. Er ist nicht einmal zur Hochzeit erschienen. Deshalb wollte er seine Tochter schlechter stellen als ursprünglich geplant.

Die Unternehmensgruppe wird seit langem von einer Stiftung unter der Leitung von Fürstenberg-Dussmann geführt. Die Unternehmensstrukturen seien so ausgelegt, dass „unser Unternehmen nicht von Personalangelegenheiten beeinträchtigt wird“, sagte sie bei der Vorlage der Zahlen im Frühjahr 2022.

Mehr: Dussmann erzielt Rekordumsätze – und will bei den Technischen Dienstleistungen weiter wachsen

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