Ist das schon der beste Bluetooth-Lautsprecher des Jahres 2023?

by Ana Lopez

Es hat einige Zeit gedauert, bis Marshall auf dem Markt für tragbare Bluetooth-Lautsprecher Fuß gefasst hat. Der erste seiner Art war der Kilburn. Es hat nicht nur ein häuslicheres Design wie das Acton, sondern spielt auch am besten in einer geschlosseneren Umgebung, vorzugsweise mit einer Wand dahinter. Nach einigen weiteren Versuchen wie dem Tufton hat Marshall nun wohl seine Experimentierphase abgeschlossen und setzt konsequent auf ein einheitliches Design und ein transparentes Produktportfolio. Das neueste Ergebnis: der Marshall Middleton.

Marshall Middleton überbrückt die Lücke

Der neue Middleton schließt die bisherige Lücke zwischen dem Emberton II und dem Kilburn. Das eher barocke Design des Kilburn bleibt beiseite und der Middleton wird komplett in Schwarz geliefert. Lediglich die LEDs, der zentrale Joystick-Knopf und die Beschriftung sind in Rot oder Gold gehalten. Das Ganze wirkt auf den ersten Blick kompakt, doch die Optik trügt. Der Marshall Middleton ist ein sperriger, wenn nicht riesiger Bluetooth-Lautsprecher. Die Überraschung ist perfekt, wenn Sie den Lautsprecher zum ersten Mal in die Hand nehmen. Dann erstaunt das Gewicht von fast 2 Kilo. Sie ist also kein Leichtgewicht und füllt kleine Rucksäcke ganz gut. Es ist jedoch immer noch tragbar. Unserer Meinung nach ein sehr gelungener Kompromiss.

Die Steuerung des Middleton ist sehr erfolgreich. Mit dem goldenen Joystick-Knopf regelst du die Lautstärke, wechselst zwischen den Songs und schaltest die Box ein und aus. Die selten genutzten Funktionen wie die Bluetooth-Verbindung oder die Klangeinstellung der Bässe oder der Höhen werden über im Gehäuse eingelassene elektronische Tasten gesteuert. Je nach gedrückter Taste zeigt der LED-Balken den Status der Höhen, Bässe, Lautstärke oder Akkuladung an. Das Ganze ist schick, funktional und narrensicher.

Marshall Middleton
Marshall Middleton: sieht kleiner aus als er ist

Die technischen Daten

Aber kommen wir zum Wichtigsten: dem Musikequipment. Und hier packt Marshall einiges in den Koffer. Neben vier Class-D-Verstärkern ist Platz für zwei dicke 3-Zoll-Tieftöner und zwei 3/5-Zoll-Hochtöner mit zwei Passivmembranen. Außerdem schützen sie den Innenraum vor Wasser und Staub. Eine IP67-Einstufung zeigt, dass man sich um den Middleton auch bei starkem Regen oder am See keine Sorgen machen muss. Das Signal kommt per Bluetooth oder 3,5 mm Klinke zu den Verstärkern. Es gibt folgende Spezifikationen:

  • Abmessungen: 109 x 230 x 95 mm
  • Gewicht: 1,8 kg
  • Klasse-D-Verstärker: 2 x 20 W, 2 x 10 W max.
  • Schalldruckpegel: 87 dB SPL bei 1 m
  • Frequenzgang: 50 Hz – 20 kHz
  • Stereo
  • Volle Ladezeit (laut Hersteller): 4,5 Stunden mit 15 Watt
  • Spieldauer (laut Hersteller): 20 Stunden
  • Bluetooth-Version: 5.1
  • IP67

Der Sound des Marshall Middleton

Der kraftvolle Auftritt wird durch das erste Dröhnen des satten Basses bestätigt, der aus dem massiven Gehäuse gepresst wird. Der Marshall Middleton spielt im unteren und mittleren Lautstärkebereich trocken, kontrolliert und klar. Die große Bühne entfaltet sich nicht, aber der Raum um das Middleton ist überall mit Musik gefüllt, was seinem Zweck eher entspricht. Solange die Lautstärke nicht ganz aufgedreht wird, macht sich der neue Marshall-Lautsprecher auch super auf dem Schreibtisch oder als Beschallungssystem im Wohnzimmer. Denn die Soundqualität stimmt.

Marshall Middleton
Marshall Middleton

Dreht man ihn weiter auf, muss man ab und zu an den beiden Reglern für Bass und Höhen drehen, weil der Ton dann etwas unlinear ansteigt. Aber was die kompakte Box aus einem mittelgroßen Raum macht, ist beeindruckend. Die maximale Lautstärke lässt normale Gespräche kaum zu, Bass und Klangqualität überzeugen insgesamt. So viel satten und vor allem kontrollierten Sound erwartet man von einem auf Portabilität ausgelegten Lautsprecher nicht.

Funktionsumfang und Akku

Neben den Grundfunktionen hat der Marshall Middleton noch einen besonderen Trick im Ärmel. Im Stapelmodus können Sie eine Schallwand erstellen, indem Sie mehrere Marshall-Boxen stapeln und verbinden. Sie können damit zum Beispiel auf einer Party den Sound erhöhen, während im Alltag in jedem Ihrer Zimmer oder bei mehreren Freunden ein solcher Lautsprecher steht.

Dazu müssen Sie dreimal die Bluetooth-Taste des Aktivlautsprechers und anschließend die Taste des zu verbindenden Lautsprechers drücken. Bei mehr als zwei kann es schon mal vorkommen, dass die Gruppe etwas verwirrt wird, aber am Ende ist die Verbindung sehr zuverlässig. Und das funktioniert auch mit verschiedenen Modellen. Sie müssen jedoch zur neuen Generation von Marshall gehören.

Beim Akku hat sich Marshall bei den bisher vorgestellten Lautsprechern mehr als nur die Mühe gemacht. Auch mit dem Marshall Middleton können wir die angegebenen Zeiten fast erreichen. Die maximale Akkulaufzeit ist allerdings nur mit viel Disziplin an der Lautstärketaste möglich. Dennoch überzeugt der Marshall-Lautsprecher auch in dieser Disziplin.

Preis, Leistung und Fazit des Marshall Middleton

Der neue Bluetooth-Lautsprecher aus England vereint ein kompaktes Gehäuse mit kraftvollem Sound, tollem Design und durchdachten Funktionen. Lediglich der Preis stört die hervorragende Gesamtkonstruktion ein wenig. Mit knapp 300 Euro ist der Marshall Middleton nicht gerade ein Schnäppchen. Gerade wenn man in den Genuss der Stack-Funktion kommen möchte, reißt der Lautsprecher ein volles Loch in den Geldbeutel.

Marshall Middleton
Marshall Middleton

Das Schlimme daran: Den Preis verzeiht man recht schnell, denn er stellt den perfekten Kompromiss zwischen Portabilität und Klangqualität dar. Trotzdem sollte man auf einen Sale von Marshall selbst oder einem der namhaften Händler warten. Die wird es sicherlich geben und dann kann der Marshall Middleton ohne Reue ganz oben auf der Einkaufsliste stehen.

Vorteile des Middleton

  • starker Sound in vielen Situationen
  • großartiges Design
  • starke Eigenschaften

Middletons Nachteile

  • kein Bluetooth 5.2
  • nichtlinearer Klang beim Aufdrehen
  • ziemlich teuer

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