Dax steigt nach Fed-Entscheidung – EZB im Fokus

by Ana Lopez

Zum Handelsstart legte der Dax um 0,7 Prozent zu und notierte bei 15.288 Punkten. Damit durchbricht der Dax eine Seitwärtsspanne, die zwischen 14.906 Punkten auf der Unterseite und 15.270 Punkten auf der Oberseite liegt. Ein nachhaltiger Ausbruch aus dieser Spanne sollte laut Charttechnik richtungsweisend für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten sein.

Die Entscheidung der Fed kam für die Anleger wenig überraschend: Wie erwartet erhöhte die Notenbank den Leitzins um 25 Basispunkte auf die neue Spanne von 4,50 bis 4,75 Prozent. Dennoch schreckten US-Anleger kurzzeitig auf, der Dow Jones büßte zwischenzeitlich mehr als 300 Punkte ein, erholte sich dann aber wieder.

In einer Erklärung schrieben die Notenbanker, dass sie „weitere Zinserhöhungen“ für „angemessen“ hielten, und auf der anschließenden Pressekonferenz betonte Notenbankchef Jerome Powell, dass die Zeit für Zinserhöhungen noch nicht vorbei sei – sie würden es tun auf Kurs bleiben, bis die Arbeit erledigt ist. Die Aufgabe der Fed sei es, die Inflation auf 2 Prozent zu bringen, sagte Powell.

In Asien kam die Entscheidung überwiegend gut an: In Tokio stieg der Nikkei-Index am Donnerstag um 0,2 Prozent auf 27.402 Punkte. Die Börse in Shanghai zeigte dagegen wenig Veränderung. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel leicht. In Südkorea stieg der Index um fast ein Prozent.

An diesem Donnerstag richtet sich der Blick der Anleger auf Europa, wo die Zinsentscheidung der EZB ansteht. Auch hier dürfte es keine großen Überraschungen geben, ein Plus von 0,5 Prozentpunkten wird erwartet. Damit würde eine Trendwende eintreten: Die Fed hat die Zinsen lange stärker angehoben als die EZB – die heutige Entscheidung würde das ändern.

>>Lesen Sie hier: Zinsen, Aussichten, Inflation – das sind die Punkte, um die es bei der heutigen EZB-Sitzung geht

Anleger hoffen auch auf eine Stellungnahme der EZB-Präsidentin Christine Lagarde zur Inflation, obwohl vorerst keine neuen Notenbankprognosen vorliegen. Im Dezember haben die Notenbanker ihre Prognosen überraschend deutlich angehoben.

Zudem kündigt die Bank of England ihre nächste Zinserhöhung an. Auch hier wird mit einem Anstieg um einen halben Prozentpunkt gerechnet.

Unternehmenszahlen im Fokus

Neben der Geldpolitik stehen am Donnerstag auch Unternehmenszahlen im Fokus. Bereits vor dem Handelsstart in Frankfurt präsentierten einige große Unternehmen ihre Ergebnisse.

Die Deutsche Bank konnte ihren Gewinn um 159 Prozent auf 5,02 Milliarden Euro steigern und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich. Es ist das beste Ergebnis der Bank seit 15 Jahren. Mit einer Eigenkapitalrendite von 9,4 Prozent lag die Bank auch deutlich über dem selbst gesteckten Ziel von acht Prozent. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 30 Cent je Aktie erhalten. Allerdings verloren die Papiere zum Handelsstart 3,3 Prozent.

Nicht so gut lief es für die Deutsche-Bank-Tochter DWS: Das Konzernergebnis ging um 23 Prozent auf 599 Millionen Euro zurück. Grund dafür waren fallende Kurse an den Börsen und die Aufarbeitung der Greenwashing-Vorwürfe. Das Unternehmen versprach eine Dividende von 2,05 Euro nach 2 Euro im Vorjahr. Die Papiere verloren 6,2 Prozent.

Auch der Chipkonzern Infineon hat am Vormittag seine Zahlen vorgelegt: Der Dax-Konzern profitiert weiter von der Energiewende und dem Trend zur Elektromobilität.

Im ersten Geschäftsquartal (Ende Dezember) erzielte Infineon einen Umsatz von 3,95 Milliarden Euro und eine operative Marge von 28 Prozent. Obwohl der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um fünf Prozent zurückging, übertraf die Profitabilität die Expertenschätzungen. Der Gewinn lag mit 728 Millionen Euro rund ein Prozent unter dem des Vorquartals. Für das Gesamtjahr erwartet Infineon einen Umsatz von 15,5 Milliarden Euro. Die Papiere gewinnen 5,3 Prozent.

Euro und Öl

Äußerungen des Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, haben Hoffnungen auf Zinssenkungen geschürt und den Dollar gegenüber anderen wichtigen Währungen fallen lassen. Am Donnerstagmorgen fiel der Dollar um 0,3 Prozent auf 100,94, nachdem er nach Powells Pressekonferenz auf ein Neunmonatstief von 100,80 gefallen war. Im Gegenzug stieg der Euro vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank um 0,2 Prozent auf 1,10 US-Dollar.

Die Ölpreise erholten sich am Donnerstagmorgen etwas von den starken Rückgängen des Vortages. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April 83,21 US-Dollar. Das waren 37 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel West Texas Intermediate (WTI) in amerikanischer Qualität für die Lieferung im März stieg um 44 Cent auf 76,85 $.

Schauen Sie sich die einzelnen Werte an

Hugo Boss: Die Analysten von Jefferies haben die Aktie des Modekonzerns von „Kaufen“ auf „Halten“ herabgestuft. Die Papiere waren zunächst nahezu unverändert.

Siemens Healthineers: Das Unternehmen verzeichnete im ersten Quartal einen Gewinnrückgang von 30 Prozent. Die Aktie legt noch 4,3 Prozent zu.

Hier ist die Seite damit Dax natürlichhier sind aktuelle Tops & Flops im Dax.

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